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Octenisept und Piercings

Ich werde häufig gefragt, warum ich kein Octenisept (Prontolind auch nur eingeschränkt) empfehle.

Octenisept gehört zu den bekanntesten Mitteln die zur Nachsorge von Piercings verwendet werden. Jedoch gibt es bei diesem Mittel einige Nachteile die zu beachten sind. Im Bereich von empfindlichen Stellen wirkt das Mittel zum Teil stark austrocknend, so dass eine längere Anwendung zum Teil unangenehm sein kann.

Besonder wichtig ist jedoch zu beachten dass der Wirkstoff Octenidin, als knorpeltoxisch eingestuft wird! Daher sollte es keinesfalls längere Zeit auf Knorpelgewebe angewendet werden wie beispielsweise an Ohr- oder Nasenpiercings. Dort kann es bei längerer Anwendung den Heilprozess nachhaltig stören und bis zum Verlust des Piercings führen. Leider gibt es nach wie vor viele Studios die dies trotzdem empfehlen.

Informationen hierzu findest du auch auf der Herstellerseite sowie bei Wikipedia unter folgendem:


-befristete Anwendung, nicht zur Daueranwendung

-kann bei nicht-oberflächlicher Anwendung, etwa nach Wundspülung, zur chronischen Inflammation und aseptischen Nekrose führen

-Knorpeltoxizität (darf ebenso wie Polyhexanid nicht auf Knorpelgewebe und im Innenohr bzw. in Nähe des Trommelfells angewendet werden)

Polyhexanid ist der Wirkstoff von Prontolind. Hier ist die Wirkung bezüglich Knorpelzellen ebenfalls unumstritten. Es wird abgeraten, Polyhexanid bei Wunden am Knorpel zu verwenden und aufzupassen, dass es nicht in den Gehörgang fliesst.



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